Sie sind noch nie gesegelt und haben keine Vorstellung davon, wie es geht? Sehr gut. Dieser Text ist für Sie.
Vielleicht ist ihre Vorstellung eines typischen Segelschiffes die eines Rahseglers - eines klassischen Schiffes mit weißen Segeln, die jeweils unter Stangen befestigt sind und annähernd quer zur Schiffsrichtung stehen.
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| Rahsegler |
Wie funktioniert das aber bei einer Jolle, die ja zwei dreieckige Segel hat, die eher parallel zur Schiffsrichtung zu stehen scheinen?
Manchmal funktioniert es genau so. (Denken Sie sich das vordere Segel einfach weg - es gibt auch Jollen, die nur ein Segel haben, das Prinzip ist das Gleiche). Das Segel schwenkt zur Seite, steht dann quer zum Boot, der Wind kommt von hinten und schiebt das Boot nach vorn. Dieser Kurs zum Wind wird Vorwindkurs genannt.
Damit sind wir auch schon bei der wichtigsten Grundlage des Segelns - den Kursen zum Wind.
Ausser dem gerade beschriebenen Vorwindkurs gibt es noch den Halbwindkurs, den Raumschotskurs und den Amwindkurs.
Von den Kursen zum Wind hängt ab, welche Strecke Sie wählen um einen bestimmten Ort zu erreichen, welche Segelstellung sie wählen, und wie sich das Boot verhält, z.B. ob es sich stark neigt.
Gewisserweise das Gegenteil des sofort einleuchtenden Vorwindkurses ist der Amwindkurs - der Wind kommt schräg von vorn. Wie soll das funktionieren? Eigentlich müsste das Boot doch rückwärts fahren. Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Tragfläche eines Flugzeugs - das Segel ist gebogen, auf der dem Wind abgewandten Seite bewegt sich die Luft schneller vorbei als auf der anderen Seite, und das erzeugt einen Sog - und zwar eher seitwärts, denn das Segel steht ja fast in der Bootsmitte. Die Form des Rumpfes und das Schwert hindern das Boot aber daran, sich seitwärts zu bewegen und setzten den seitlichen Druck in eine Vorwärtsbewegung um.
Der Halbwindkurs ist schnell beschrieben - der Wind kommt von der Seite.
Beim Raumschotskurs kommt der Wind schräg von hinten - dieser Kurs liegt also zwischen Vorwindkurs und Halbwindkurs.
Man kann aber auch noch im Wind stehen, d.h. der Wind kommt direkt von Vorne. Das Boot bleibt stehen und treibt dann nach Hinten ab.


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