Vorneweg: die ganze Zeit gilt: Auf den Baum aufpassen, bzw. auf den Kopf. Der Kontakt ist schmerzhaft und je nach Material und Geschwindigkeit des Baumes, auch gefährlich.
Der Steuermann sitzt hinten, steuert das Boot mit dem Ruder und bedient die Großschot, das ist die Leine, mit der das Großsegel bewegt wird. Dabei sitzt er gegenüber des Großsegels. Sie sitzen vorn und sind für die Vorschot, also die Leine für das Vorsegel, verantwortlich.
(Das Setzen des Vorsegels übernimmt hoffentlich der Steuermann)
Auf welcher Seite sitzen Sie also? Das ist keine Frage der Bequemlichkeit. Bei wenig Wind sind Sie das Gegengewicht zum Steuermann, sitzen ihm also gegenüber. Das Boot wird wegen der Kraft des Windes etwas in Ihre Richtung geneigt sein. Das soll so sein. Wenn die Neigung stärker wird, verlagern Sie erst Ihr Gewicht in Richtung Bootsmitte, z.B. erst Beine ausstrecken, dann in der Bootsmitte in die Hocke gehen, wenn das Boot sich weiter neigt, auf der Seite des Steuermanns, gegenüber des Großsegels, hinsetzen, die Füße in die dafür gedachten Schlaufen auf dem Bootsboden stecken und wenn nötig, weit zurücklehnen. Wenn Sie Angst bekommen, nicht in der Bootsmitte "Schutz suchen". Ihr Gewicht soll die Jolle am umkippen hindern!
Ihre weiteren Aufgaben:
Das Vorsegel sollte meistens auf der gleichen Seite wie das Hauptsegel und parallel zu diesem stehen - achten Sie darauf, was der Steuermann macht und machen Sie es ihm nach. Ziehen Sie an der Schot, und legen sie die Schot dann in die Klemme auf dem Bootsrand. Wenn der Wind von schräg hinten kommt, sind die Segel weit offen, d.h. stehen etwa quer zum Boot. Wenn er fast von vorn kommt, stehen die Segel fast parallel zum Boot in der Bootsmitte. Jetzt müssen Sie die Vorschot sehr straff ziehen, damit das Vorsegel nicht flattert.
Nur wenn der Wind direkt von hinten kommt, kann das Vorsegel auf die eine und das Großsegel auf die andere Seite (Schmetterling)
Die Wende
Wende bedeutet, mit dem Bug, der Spitze des Bootes durch den Wind zu gehen, der Wind kommt also z.B. zuerst von Backbord, danach kommt er von Steuerbord.
Wenn der Steuermann "klar zur Wende" ruft oder sonstwie eine Wende ankündigt: Das heisst, er wird das Boot jetzt in die Richtung steuern, in die Sie schauen. Das ist die Richtung, aus der der Wind kommt. (falls Sie nicht wegen starker Neigung neben dem Steuermann sitzen).
Der Steuermann hat keine besonders gute Sicht in diese Richtung, er erwartet also, dass Sie ihm sagen, ob der Weg frei ist. Wenn das so ist, rufen Sie "Ist klar" oder irgend etwas anderes und nehmen die Fockschot aus der Klemme. Strecken Sie das rechte Bein aus. Sobald der Steuermann Ree! ruft, lassen Sie das Vorsegel erstmal noch da, wo es ist, und wechseln möglichst gleichzeitig mit dem Steuermann auf die andere Bootsseite. Sobald der Wind von der anderen Seite einfällt, wenn also das Großsegel übergeht, ziehen Sie auch die Fock auf die andere Seite.
Dabei geht der Bug des Bootes (also die Spitze) durch den Wind, der Wind kommt also danach von der anderen Seite.
Ansonsten: tun Sie das, was der Steuermann ihnen sagt - und passen Sie auf ihren Kopf auf!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen